In zwei Wochen geht es für knapp einen Monat in die Metropole Buenos Aires. Beinahe zehn Jahre ist es nun her, als ich das letzte Mal durch die Weite Argentiniens reiste. Zu einer Zeit, in der ich das Studium noch vor mir hatte, nicht wusste, was alles vor mir liegen würde. Ein Stück weit sah ich die Welt damals mit anderen Augen, unschuldiger. Ich lief, ohne zu wissen, wohin. Ich lebte, ohne an den nächsten Tag zu denken. Im Jetzt. Gefühlschaos war dabei an der Tagesordnung, durch das ich nach und nach erwachsen wurde. Anderes wiederum hat sich nicht verändert. Mein Blickwinkel durch die Linse. Es sind oft die einsamen, nachdenklich stimmenden Motive, die mich förmlich anziehen. Ich selbst muss davon ergriffen sein, sonst scheint mir das Ergebnis nur plakativ und nett …
Es ist schon seltsam festzustellen, dass man denkt, man entwickelt sich stetig weiter und dann zurückblickt und bemerkt, dass das, was einen inspiriert, wohin es einen getrieben und welche Gedanken man sich gemacht hat, sich kaum verändert haben.


Interessant ist es, die Entwicklungen der Fotografien im Laufe der Zeit zu beobachten und über die Begeisterung zur Fotografie nachzudenken. Damals wollte ich Fotografie studieren, wurde aber abgelehnt. Anstatt es weiter zu versuchen entschied ich mich für Theaterpädagogik. Die Fotografie begleitete mich jedoch weiter, bis heute, und lässt mich nicht mehr los.


Inspiriert von der kommenden Novemberreise kramte ich jetzt einen Teil der alten Negative von Südamerika 2003 – 04 hervor. Dabei stieß ich auf eine Zeit, in der ich mir hätte vorstellen können, nicht nach Deutschland zurückzukehren. Eine Zeit, in der noch alles offen vor mir lag und die mich heute, nach so vielen Jahren, wieder einholt.

Vielleicht ist es die scheinbar immer schneller laufende Zeit, die Träume, die man einst hatte, das Leben, das man sich einmal vorgestellt hat und das aus manchen Gründen so anders verlaufen ist. Nicht schlechter, nicht besser, einfach nur anders. Letzten Endes kann ich sagen, dass ich glücklich bin, auch wenn ich nicht einmal den Ansatz meiner Ziele geschafft habe. Was mir bleibt ist die scheinbar unstillbare Sehnsucht und die Leidenschaft nach Antworten, nach Tiefe. nach Bedeutsamkeit. Zwei Dinge, die mich niemals allzu lange ausruhen lassen und das ist gut so.


Denn wie weit würde man sonst gehen? Wann würde man aufgeben, seine Träume zu verwirklichen? Ich denke, viel zu früh.


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