
Was findest du hier im Blog? Und warum ich tue, was ich liebe
Seit 2011 nutze ich annenieannenou film als mein künstlerisches Tagebuch. Hier findest du inzwischen weit über 300 eigene Foto- und Schreibprojekte, Experimente, Reflexionen meiner Arbeit, Alltagskämpfe und Ängste. Ich schreibe, also bin ich. Ich fotografiere, also fühle ich. Ich verbinde Bild und Text zu meiner ganz eigenen Geschichte. Sie gehören für mich zusammen wie das Ein- und Ausatmen. Was mir dabei besonders wichtig ist? Authentisch und ehrlich zu sein. Die Achterbahn des Lebens, die Zweifel und Ängste, die Glücksgefühle, geben mir die Ideen, die ich brauche, um zu arbeiten. Es ist diese innere Spannung, die ich durch die Kunst verarbeite und ausdrücke. Mein Ziel ist jedoch nicht nur eigene Werke zu erstellen, sondern dir auch Mut zu geben, mitzumachen, meine Experimente weiterzuführen, anders zu machen, oder deine ganz individuellen Ideen umzusetzen. In der Kunst zählen nicht nur Inspiration und Talent, sondern auch eine sehr große Portion Mut.
Wie kam ich zu dem, was ich mache?
Als ich 2010 mein Theaterpädagogikstudium abschloss, fühlte ich mich leer. Bewerbungen wurden abgelehnt und viele auch nicht einmal beantwortet. Fotografie und Schreiben, aber auch Musik, waren schon mein Leben lang sehr wichtig für mich. Während dieser Leere begann ich, mich ernsthafter damit auseinanderzusetzen, baute mir im Bad ein kleines Fotolabor, um in Schwarzweiß entwickeln zu können, und begann mit dem Experimentieren. Parallel dazu schrieb ich Kurzgeschichten. Es war, als hätte alles einen Sinn bekommen. Nur die Finanzierung fehlte. Daher kamen kleinere Aufträge wie Eventdokumentation, Buchillustration und Textkorrektur dazu. Heute merke ich, wie meiner Kunst Struktur gefehlt hat. Ich begann viele Projekte, hatte so viele Ideen, wurde jedoch nach und nach von der Fülle überwältigt. Zum Teil wurde es chaotisch. Ich musste erst lernen, dass Struktur etwas Gutes und Wichtiges ist und ich sie als ein Gerüst nutze, um daraus etwas Standhaftes und Schönes zu bauen.
Einmal fragte mich jemand, was mich denn von anderen Künstlern unterscheidet? Mir kam nur ein Wort in den Sinn. Ich. Jeder macht die Dinge anders, jeder fühlt anders, auch wenn man sich gegenseitig verstehen und mitfühlen kann. Trotzdem hat jeder seinen eigenen Weg, den er geht. Mein Weg ist ein poetischer, ein emotionaler, in dem ich Bild und Text verbinde und Geschichten erzähle, um dir Mut zu machen, selbst aktiv zu werden.
Anette Siegelwachs, Künstlerin & 3-fach Mama
