Das Straßenfest „Karneval der Kulturen“ hat begonnen und was sich zuerst als ein entspanntes, nach Gewürzen und Essen aus aller Welt duftendes, musikalisch buntes Treiben zeigte, entpuppte sich, je später die Stunde wurde, zu einem Paradies aus Menschenmassen. Dichtgedrängt zogen wir im Rhythmus der afrikanischen Trommeln, der südamerikanischen Bands, der Klezmer-, Balkan- & Gypsymusik, Straßenkünstler und Verkaufsstände am Duft der Welt vorbei. Ohne Hunger zu haben, knurrte der Magen. Wir begannen mit einem indisch-ayurvedischen Essen, bestehend aus Reis mit Curry-Gemüse, zogen weiter, teilten uns ein Injera (ein säuerliches Fladenbrot aus Teffmehl mit Linsen und Ragout aus Äthiopien, das mit den Fingern zu verzehren ist), tranken den bitteren schwarzen Kaffee ohne Zucker, auch genannt „Buna“, die uns eine Afrikanerin in einer winzigen Tasse überreichte und mich an Weihnachten erinnerte. Nelkengeschmack.
Hin- und her wandernd von der Latinauta Bühne und der Eurasia reisten wir von Südamerika nach Osteuropa, schwangen die Hüften zu Cumbia und Klezmer, bis um 23 Uhr die Bühnen dicht machten. Endlich, um halb zwei Uhr nachts fielen wir müde in die Betten. Auftanken für den nächsten, übernächsten und überübernächsten Tag. Bis sich der Karneval schließlich wieder verabschiedet und es stiller in den Straßen von Berlin-Kreuzberg wird.




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