Endlich habe ich nach vielen Monaten ein wenig Zeit gefunden, mich dem alten Schmuckstück Welta zu widmen. Es ist wahrlich eine Reise in die Vergangenheit!




Um auf Nummer sicher zu gehen hieß es für mich als erstes das nahe liegende Fotofachgeschäft mit der Kamera aufzusuchen. Überrascht traf ich dort auf eine gewisse Ratlosigkeit bezüglich des „Spulens“ zum nächsten Bild. Der Knopf ließ sich nicht drehen. Hierzu muss gesagt werden, dass es die Welta in so vielen Variationen gibt, dass das Handling immer wieder neu ausprobiert werden muss. Glücklicherweise, nach einigen Versuchen, fanden wir die Lösung: Der rechte Knopf muss ein wenig angehoben, leicht gedreht, wieder nach unten gedrückt und bis zum Anschlag gedreht werden. Voilá, das nächste Bild kann geschossen werden.
Zugegeben, so ganz habe ich es noch nicht raus. Das eine oder andere Mal während meiner ersten Versuche im Tempelhofer Park, Berlin war ich mir unsicher, ob ich schon „vorgespult“ hatte oder nicht und als ich am zweiten Tag für mein 17. Bild die Notizen der Blende/Belichtungszeit und Motiv notierte, war der Film plötzlich zu Ende. Eigentlich hatte ich einen 36-er Film (200 und Farbe) gekauft. Hmmm … irgendwas hatte ich hier eindeutig falsch gemacht …
Was für mich noch eine echte Herausforderung bleibt (gerade, da ich noch keine Testbilder vor Augen habe): Das korrekte Einstellen. Auf der Rückseite ist eine Tiefenschärfen-Tafel, die mit einer Lupe 100%-ig entziffert werden kann. Ohne geht es natürlich auch, irgendwie. Aber in der gleißenden Sonne reflektiert die schöne Metallplatte dann doch etwas und verwirrt das Auge. Ansonsten hat das Ganze, zugegeben, einen ganz besonderen Flair auf solch handwerkliche Arbeit zurückgreifen zu müssen.

Wie funktioniert die Kamera?
Die Meisten kennen sicher noch das berüchtigte Film einlegen: In die Spalte schieben, einhaken, prüfen, dass der Film sitzt. Danach Klappe zu, den oberen rechten Knopf bis zum Anschlag drehen, Zählerstand auf den Punkt setzen, unteren Hebel am Objektiv nach unten ziehen, oberen Hebel nach oben (Auslöser) führen und danach zum nächsten, zum ersten Foto, kurbeln. Knopf leicht nach oben ziehen, drehen (nur wenig!), nach unten drücken und bis zum Anschlag weiterdrehen (man braucht hier etwas Feingefühl). Das nächste Bild kann geschossen werden.
Was noch zu beachten ist: Einstellung der Blende, der Schärfe und Belichtungszeit am Objektiv. Anhand des Abstands zwischen Motiv und Fotograf kann anhand der Tiefenschärfen-Tafel die Schärfe gezogen sowie Blende und Belichtungszeit festgestellt werden. Alles komplett manuell, Handarbeit, Grübelei, Unsicherheit, ob das Foto ein Foto oder ein verschwommenes, überbelichtetes, schwarzes Etwas geworden ist. Die Antwort kommt nach der Entwicklung in wenigen Tagen. …
Der gefühlte Zeitaufwand für ein einzelnes Foto: Eine kleine Ewigkeit.
Fazit
Witzig! Ein Erlebnis und sehr lehrreich. Eine wirkliche Umstellung zur heutigen digitalen Kamera, die sich mehr als 360° Grad wendet und das macht es so spannend und einzigartig! Die Kamera in der Hand zu halten ist ein gutes Gefühl. Robust, stabil, schwer. Ein großes Dankeschön noch einmal für das wunderbare Geschenk zu Weihnachten von meinem Freund! Sobald ich die Kamera besser kennengelernt habe wird ein schwarzweiß Film gekauft! Mehr über die Fotoergebnisse der ersten Tests bald.
Fotografiert mit der Panasonic GH2 + einem alten Helios-44M f2/85 Objektiv mit M42 Adapter (nicht bearbeitet)


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