
Die Kippe vom Boden, längst ausgetreten. Noch ein kleiner Rest. Ein Lächeln.
Wo ich lebe? Hier. Überall. Da, wo ich einen freien Platz finde. Momentan in der Unterführung. Essen kann ich gleich ums Eck, auch Waschen kann ich mich dort.
Der Mann ist freundlich, offen. Redselig. Aus der Tasche zieht er ein kleines Fläschchen, seine Hand ist verbunden. Neben ihm, vor der Sparkasse, sitzt sein Freund. Er spricht nicht viel, der Blick düster. In eine Wohnung möchte er nicht, wieso auch?
Tag für Tag sind sie hier, erzählen sie mir. Ich höre zu. Versuche sie auf eine bestimmte Weise kennenzulernen. Fassbar werden sie mir jedoch nicht. Ihre Welt, meine Welt, ein Unterschied von Tag und Nacht und die Zeit zu kurz. Als ich wenige Wochen später wieder vorbei schaue, ist der Platz vor der Bank leer. Der Schlafsack des Freundes verschwunden. Als wären sie nie da gewesen.
Berlin. Ein Einblick.


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