Gutshaus Neukladow. Eine prachtvolle Villa voller Geschichte. Ein kleines Stück Paradies am See und nicht weit von der Stadt entfernt. Die Hausfassade bröckelt. Wenige Meter entfernt ein ehemaliger Club und kleinere Häuser, fensterlos. Am Boden zerbrochenes Glas. Nur Ruinen sind geblieben und das Gefühl bleibt, hier nicht lange verweilen zu wollen. Wir laufen den Waldweg entlang, umkreisen die alte Villa aus dem 18. Jh und ich fühle die einstige Pracht, die sie vor langer Zeit ausgestrahlt haben musste. Einen Hauch davon. Viele der Fenster sind mit Holzplatten versehen. Die geplanten größeren Renovierungen bleiben für 2013 aus. Der neue Flughafen braucht Geld und das, obwohl er scheinbar nie fertig gestellt werden wird. Welch Ironie, wo doch Berlin so vieles nötig hat, nur keinen neuen Flughafen. Um gegen den Zerfall der Villa anzugehen wird sie ehrenamtlich renoviert und die Räume für Künstler, Feste und Ausstellungen vermietet, in der Hoffnung, so den Erhalt der Villa auch langfristig zu sichern. Bewundernswert dieser Einsatz, denke ich mir, nachdem ich mit dem jungen Herrn A. gesprochen habe, der uns durch die unteren Räume führte. Dann lassen wir die einstige Villa, in der unter anderem Bismarcks Mutter Luise Wilhelmine von Mencken sechs Jahre ihrer Jugend verbrachte, hinter uns, steigen in den Bus X34 und fahren nach Berlin zurück.




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