


Test mit 6×6 Negativen auf Adox Art Baryta
Da noch ein Fläschen Cyanotypie im Kühlschrank lagerte und die letzten Tage endlich die Sonne im oft so grauen Berlin zum Vorschein kam, konnte ich mich auf ein Neues dem Blaudruck widmen. Dieses Mal auf dem Adox Art Baryta Papier. Die letzten Ergebnisse meiner Versuche mit verschiedenen Papiersorten im letzten Jahr waren enttäuschend. Die Bilder wurden verschwommen oder kontrastarm. Die Papiere saugten zu sehr oder waren einfach nicht für Blaudruck geeignet. Einige lösten sich auch im abschließenden Wasserbad auf … Dazu kam damals auch das fehlende Licht. Wie auch heute. Die Vorfreude am Donnerstag war noch groß bei warmen Frühlingstemperaturen genüsslich in der Sonne zu sitzen, die Beine hochzulegen, neben mir der sich langsam von grün in blau zu leicht silbrig verwandelte Kontaktabzug. Fehlanzeige. Die Sonne verbarg sich mal wieder hinter einer dicken Wolkendecke. Doch auch ohne dem erhofften UV-Licht wollte ich es mir nicht nehmen lassen, ein paar Tests mit Negativen zu machen, um das Papier kennen zu lernen. Für mich ist es eigentlich zu dünn, ich bevorzuge um die 285 g/m² Papier und aufwärts, aber für erste Versuche war es ideal. Die Entwicklung dauerte zwischen 52 Minuten und beinahe 3 Stunden und trotzdem waren einige Bilder noch unterbelichtet. Die obigen Drucke, im 6×6 cm Format, gehören zu den gelungeneren Abzügen.
Die Drucke unten, die ihr schon in einer S/W-Variante vom letzten Artikel (Imagination) kennt (verrückt, wie sich das gleiche Bild mit einer anderen Technik so sehr verändern kann!), musste ich digital nachdunkeln und den Kontrast erhöhen, um einem unübersichtlichen Matschergebnis entgegen zu steuern. Das nächste Mal heißt es, die 3 Stunden Belichtungszeit auf einen Tag oder mehr zu erhöhen.
Spaß hat das alte Fotografieverfahren aber allemal gemacht und mein Interesse ist geweckt, mich auch großen Drucken anzunähern. Allerdings brauche ich dann entsprechende Negative, die im Großformat auf Folie gedruckt werden, und das geht ganz schön ins Geld. Hier heißt es erst in Ruhe zu planen und das Projekt reifen zu lassen, bis es, wie man so schön sagt, Wurzeln schlagen kann.



Jetzt vertiefe ich mich in die Möglichkeit der eigenen Gestaltung des Fotopapiers, der Fotoemulsion, die schon so lange in Aktion treten wollte. Der Badezimmerboden ist übersät mit über zwanzig bepinselten Papieren, die morgen belichtet werden. Mit dem Vergrößerer hat man doch sehr viel mehr Freiheiten als mit dem Kontaktkopierverfahren. Nächste Woche heißt es dann endlich die Fortsetzung zu Like a Ghost zu veröffentlichen. Mit diesen Worten wünsche ich Euch ein schönes und kreatives Wochenende!


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