Der Frühling naht und mit ihm der Beginn in einen neuen Lebensabschnitt. Während ich Tag für Tag über der annenieannenou film Website sitze, zugegeben ohne jeglichen Zeitdruck und mit etlichen Pausen, Fotografien durchforste und nur eine Handvoll von ihnen auswähle, über die Menüstruktur nachgrüble und mich auf die Kernaussage meiner Arbeiten konzentrieren will, habe ich das Gefühl, ganze Monate verpasst zu haben. Ich höre Vogelgezwitscher, spüre die milde Sonne auf der Haut und stelle immer wieder auf’s Neue überrascht fest, wie die Tage zwischen meinen Fingern wie Sand zerrinnen und es nur noch wenige Wochen bis zur Geburt sind. Der Mutterschutz hat längst begonnen und mit ihm eine Zeit der Ruhe. In den ersten Februarwochen dann fand ich schließlich wieder den Weg zur Kamera. So entstand meine erste Erinnerung an diese Zeit auf Film, was ich schon viel zu lange vor mir hergeschoben hatte.

Natürlich war die Kamera oft dabei, als ich im Schneckentempo durch die Straßen von Berlin zog, doch der Auslöser blieb stumm. Ich genoss den frühlingshaften Winter, die Zeit und das stille Beobachten, ohne jeglichen Druck zu verspüren. Denn wann hat man schon diesen einzigartigen Luxus an nichts denken zu müssen? Keine Pläne zu machen, keine Termine, den Tag später als gewöhnlich zu beginnen und einfach nur die schönen Seiten des Alltags zu genießen? So dauerte es eine kleine Ewigkeit, bis ich schließlich alle 12 Bilder mit der alten Mittelformatkamera füllen konnte, während der Frühling langsam aber sicher an die Tür klopft.


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