Oh, wie habe ich sie vermisst. Die Polaroids. Ich weiß nicht wie lange ich mich schon von den quadratischen Polaroidbildern angezogen fühle, fasziniert vom Charme der Bilder, mich jedoch aufgrund der hohen Materialkosten nie dazu überwinden konnte, mir selbst eine alte Polaroidkamera anzuschaffen. Lange habe ich überlegt. Soll ich nicht doch weiter den Trennbildfilm in meiner umgebauten Plattenkamera nutzen?
Die Produktion wurde eingestellt und die Preise der Filme steigen, auch wenn der Lagerbestand noch anhält. Ob künftig ein neuer Trennbildfilm produziert wird, ist ungewiss.

Was ist mit der Instax Kamera? Mit den Ergebnissen, den Farben und dem Format der Instax Wide Filme werde ich ehrlich gesagt einfach nicht richtig warm. Zu scharf, zu realistisch, zu wenig „Leben“. In Bezug auf meine Projektideen. Die Ergebnisse lassen mich aus verschiedenen Gründen unzufrieden zurück, als hätte ich nicht die passende Antwort gefunden. Die anfänglichen Experimente waren spannend und machten vor allem Spaß, doch schnell merkte ich, dass es nicht darüber hinaus ging. Eine Schnappschusskamera, mit der die Beziehung oberflächlich bleibt. Die Filme fühlen sich in der Hand nicht so hochwertig an. Es gibt einige Aufnahmen, die sich in der Zwischenzeit unschön gewölbt haben. Allerdings hat es mein Sohn trotz großem Enthusiasmus noch nicht geschafft, mehr als nur Knicke in eine der Aufnahmen zu bekommen.
Lomo Instant habe ich mir nicht genauer angeschaut. Auch, da die Kameras ebenfalls die Instaxfilme verwenden und mir die Preise der Kameras zu teuer waren.


Warum überhaupt Instant-Fotografie? Sie lässt mich nicht los. Vielleicht hoffe ich unbewusst, mit ihr in der Fotografie ein Stück vorwärts zu kommen. Neue Türen zu öffnen. Antworten zu finden. Vielleicht suche ich auch einfach nach einer neuen Inspirationsquelle. Nach Bewegung. Nach Handfestem.
Schließlich, nach etlichen Monaten des Kopfzerbrechens, entschied ich mich nun zu einer 30Euro Polaroidkamera Variante und bin, ja, jetzt kann ich es sagen, ich bin glücklich mit ihr. Ein überraschend schöner Nebeneffekt: Die Polaroids fühlen sich um einiges stabiler an und liegen durch das Format wunderbar in der Hand. Das verzeiht vielleicht auch etwas den enormen Filmpreis, abgesehen von dem bekannten Polaroidcharme, an dem man sich erfreuen kann.
Fazit: Die hohen Materialkosten zwingen mir vor jedem Auslösen eine Ruhe auf, die mir beim Fotografieren gut tut und mich langsamer sehen lassen. Trotz der Automatik kann ich viel experimentieren, sei es mit oder ohne den Einsatz des Blitzes, der Einstellung der Lichtverhältnisse an der Kamera oder durch die Impossible Filme selbst. Mit diesen wenigen Möglichkeiten lassen sich erstaunlich unterschiedliche Ergebnisse erzielen. Das Wichtigste für mich jedoch ist, mir scheint, als hätte ich mit der Polaroidkamera eine Antwort gefunden. Auf was? Vorrangig auf ein Gefühl, nach dem ich gesucht habe. Auf eine Wirkung, die die Bilder beim Betrachten bei mir erzeugen und auf die Möglichkeit, ohne viel Aufwand das Ergebnis sofort in den Händen zu halten und gegebenenfalls analog weiter daran zu arbeiten.
Trotzdem weiß ich, dass die Suche nicht zu Ende ist. Wahrscheinlich wird sie es nie sein. Wahrscheinlich soll sie es gar nicht. Denn Inspiration liegt im Entdecken und Entdecken kann ich nur, wenn ich mich darauf einlasse und die gewohnten Pfade verlasse.





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