Der letzte Besuch beim Fotolabor war ernüchternd. Was hatte ich mich doch auf die Bilder gefreut und dann kam die große Enttäuschung. Es gab keine Bilder. Die Filmrolle war leer. Gähnend leer. Puh, der Frust war allerdings nur von kurzer Dauer.

Draußen wartete die Frühlingssonne und ich war mir sicher, dass ich den Fehler schon finden werde. Meine alten Kameras haben schließlich einige Jahre Ruhepause hinter sich. Also erneut losziehen und jede Menge Testfotos machen. Ich mit zwei Kameras, einer meiner Söhne mit einer zweiäugigen Spiegelreflexkamera, die wir einen Tag zuvor zusammengebaut hatten. Was für ein Glück, dass Schulferien sind. Das Paradies für freie Projekte!

Und um dem ganzen Experiment „Fehler der Kamera finden und selbstgebauter Kamera, die nicht anzeigt, ob der Film überhaupt weitertransportiert wird oder Bilder übereinanderlegt“ noch eine Krone aufzusetzen, verwendeten wir abgelaufene Filme, die ich vor Jahren so stark bearbeitet hatte, dass sich die Enden der Negative kringelten. Ich kann mich nicht erinnern, ob ich die Filmrollen damals mit in die Spülmaschine gelegt hatte, ins kochende Wasser geworfen habe oder in den Ofen.

Warum zum Henker mache ich das?

Es ist durchaus möglich, dass all die Zeit und die Kosten vollkommen umsonst waren und mich erneut Negative anstarren, die ich nicht verwerten kann.

Aber was, wenn nicht?!

Was, wenn, ganz überraschend, das ein oder andere Bild eine besondere Wirkung hat? Mir kommt da der Spruch „Nur wer wagt, gewinnt“ in den Sinn. Vielleicht habe ich mir früher aus irgendeinem Grund diesen Satz so verinnerlicht, dass ich meine Inspiration in Projekten finde, die für andere vielleicht zum Scheitern verurteilt wären. Vielleicht ist es auch einfach das Kind in mir, das nicht an Folgen oder Probleme denkt, sondern einfach spielen will. Machen. Austesten. Überraschung! Die Möglichkeit, etwas Neues zu entdecken, vom Ergebnis überwältigt zu sein, dass ist so spannend!

Wer mehr über die bearbeiteten Filme lesen möchte, kann 7 Jahre zurück in meinen alten Artikeln stöbern (Flowers/gekochte Filme, Grüne Oase II/Filme im Gasofen, Farbensalat/Spülmaschinen-Filme).

Währenddessen widme ich mich weiter meinem Projekt Kinderzeichnung und Fotografie, besorge mir ein größeres Light Pad und feile an der Idee herum. Durch einen Einfall meiner Kinder entstand das untere Bild, das mir sehr gefällt.

© anette siegelwachs

Inspiriert durch das Wissen meines Sohnes, der inzwischen ein wandelndes Lexikon des Mesozoikums geworden ist und es liebt, Dinosaurier zu zeichnen, entstand ein neues 2Schichten-Bild.

Ist es ok, wenn ich das Bild veröffentliche?

Hm?

Ist es ok, wenn ich das Bild so veröffentliche? Gefällt es dir?

Ja. … Was wird denn dabei stehen?

Dass es deins ist, von meinem ältesten Sohn. Oder magst du es nicht? Und ein wenig über den Stand und meine Gedanken.

Ok.

Freude. Hier zum Abschluss also noch ein weiteres Bild vom aktuellen Projekt.

© sohn & anette siegelwachs


2 Antworten

  1. Avatar von Klausbernd
    Klausbernd

    Hi Anette
    Wir finden das toll, dass du etwas wagst. Sonst sieht man doch eh immer das Gleiche. Wir halten dir ganz fest die Daumen für eine interessante Entwicklung deiner und deines Sohnes Experimente
    Frohe Ostern
    The Fab Four of Cley
    :-) :-) :-) :-)

    1. Avatar von annenie
      annenie

      Ganz lieben Dank euch!
      Ja, Daumen drücken können wir tatsächlich sehr gut gebrauchen.
      Immerhin, Spaß hatten wir eine Menge ;-)
      Frohe Ostern

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