Leere
Stillstand
Wie ein gefräßiges Tier überfällt es einen
Eine undurchdringliche Wand
Gefesselt und starr
Bleibt jede Bewegung
Jede Handlung
Ohnmächtig
Eingefroren
Plötzlich geht nichts mehr. Der Kopf ist voll und leer zugleich, überlastet von einer Schwere, die sich wie Fesseln um einen legen. Eine Ernsthaftigkeit breitet sich aus, die wie ein Schatten auf einem liegt und jegliche Idee verschluckt. Gierig, gnadenlos. Farben und Formen verschwinden. Alles wird eintönig und verschwommen. Starr.
Es sind diese Momente, die einen ganz unerwartet überfallen können. Ausgelöst durch noch so kleine Dinge im Leben. Erwartungen, Druck, Selbstzweifel, Familie, Worte, Alltagssituationen. Bei jedem kann es etwas anderes sein. Je nachdem, was man in seinem Leben an Erfahrungen und Glaubenssätze in der Kindheit und in seinem Leben gesammelt hat. Das Nachbeben einer inneren Blockade kann gigantisch sein. Es kann winzig sein. Doch es lässt einen meist nachdenklich zurück. Verursacht durch tiefe Emotionen, die neu aufbrechen.

Loslassen. All den ganzen Mist hinter sich lassen, die inneren Dämonen, um sich nicht selbst Steine in den Weg zu legen. Die Gefühle zulassen. Neue Erfahrungen gegen alte eintauschen.
Leichter gesagt als getan. Glücklicherweise erlebe ich nicht oft eine Blockade. Ich versuche beweglich zu bleiben. Komme ich mit etwas nicht weiter, sage ich mir, es ist ok, dann gehe ich zum nächsten und kehre später wieder darauf zurück.
Jetzt aber war sie da. Die innere Blockade. Sie hat mich ganz überraschend eingeholt. Für über eine Woche habe ich nichts Produktives zustande bringen können. Artikel, die mir nicht gefielen, Bilder, an denen ich nicht weiterkam. Nichts. Wäre ein bestimmtes Gefühl nicht mit dabei, würde ich sagen, naja, dann hast du eben eine kleine Pause eingelegt. Heute schreibe ich darüber, denn jemand sagte mir, schreibe. Lass es raus. Ich denke mir, ja, die Idee gefällt mir. Vielleicht kennen es auch andere. Die innere Blockade, die für mich reinste Zeitverschwendung ist.

Gerade wenn es vorwärts gehen soll, laufen die Füße rückwärts. Vorhaben werden zur Seite gelegt. Aufgaben können nicht gelöst werden. Die Zeit rennt, ohne dass ich sie nutzen kann. Ein Gefühl der Sinnlosigkeit macht sich breit und der Wunsch, Konstruktives zu tun, wächst. Allerdings bleibt der Wunsch unerfüllt und die negativen Gefühle der Vergangenheit sitzen wie ein kleiner Teufel auf der Schulter, flüsternd.
Ich weiß, dass ich nur den richtigen Knopf drücken muss und die Fesseln lösen sich. Klick. Im Jetzt sein. Den leichten Windstoß spüren, der die Sommerhitze etwas erträglicher macht.
Ich warte auf den Klick. Fahre mit dem Fahrrad. Fotografiere. Versuche immer wieder neu zu starten, bis sich der Knoten löst und es wieder weiter geht.



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