KI und Fotografie

Nein, ich werde keinen Artikel über KI schreiben. Und nein, ich verwende grundsätzlich auch keine KI für meine Arbeiten – bis auf das Bild in diesem Beitrag. Es ist – wie könnte ich es beschreiben? – ein Experimentieren mit der Zukunft, das mir so einige Vor- und Nachteile aufgezeigt hat.

Entstanden ist das Bild, weil ich eine Idee hatte, sie aber nicht auf Papier bringen konnte und schlicht und einfach neugierig war, was die KI damit anstellen würde. So packte ich die Idee in meinen Experimentiertopf, und dadurch gehörte das Bild auch auf den Blog.

Und ich muss sagen, die Umsetzung wurde zu einer echten Herausforderung. Nach gefühlt etlichen Tagen und vielen Geduldskämpfen blickte ich einigermaßen zufrieden auf das fertige Bild. Davor wurden Vorgaben immer wieder anders angezeigt oder Dinge verändert, die nicht verändert werden sollten; die Vögel flogen exakt parallel, was wirklich skurril aussah, oder wurden plötzlich zu zerlaufenen Farbklecksen; wobei das Beste war, als die Frau beinahe kopfüber in die Schlucht fiel.

work in progress …

Letzten Endes hat es auch wirklich Spaß gemacht – wenn ich nicht an den doch hohen Zeitaufwand denke, die Bildfehler, mit denen ich zu kämpfen hatte, und ganz zu schweigen von dem mir fehlenden handwerklichen Aspekt: mit meinen eigenen Händen am Prozess teilhaben zu können. Und zugegeben: Hätte ich die Möglichkeit, mit Rucksack loszuziehen, auf der Suche nach dunklen Regenwolken und Schluchten, die im Nebel versinken, würde ich die Chance sofort nutzen. Abenteuer! Den Wind spüren, anstatt ihn zu beschreiben, und das Bild fühlen – mitten im Motiv sein.

Aber ich muss sagen: Die KI ist – besonders im Gegensatz zum rauen Berliner Alltag – eine ungemein erfrischend freundliche und innerlich stützende Gesprächspartnerin gewesen. Ermutigend. Und das tut ja doch ab und an richtig gut.

KI und ich © anette siegelwachs

2 Antworten

  1. Avatar von Klausbernd
    Klausbernd

    Hi Anette
    Ich benutze bei allen Texten, die ich veröffentliche, AI. Ich erwarte auch, dass ein Fotograf und eine Fotografin, die ein Bild veröffentlichen, die neusten Produktionsmittel benutzen. Das taten auch stets die großen Maler mit optischen Hilfsmitteln wie z.B. der Kamera Obscura. David Hockney hat das in seinem Buch ‚Secret Knowledge‘ gut dokumentiert. Ich erwarte von ernstzunehmenden Fotografen, dass sie die Bildbearbeitung mit AI beherrschen.
    Klausbernd :-)

    1. Avatar von Anette Siegelwachs
      Anette Siegelwachs

      Hallo Klausbernd,

      Ja, AI ist ein großes Thema geworden, und die Meinungen dazu sind sehr gespalten. Gerade auch, weil sie in manchen Bereichen noch Fehler macht oder oft alles in einem bestimmten Stil umsetzt.

      Ich denke, es ist wichtig, dass jeder in seinem Arbeitsbereich die für ihn passenden Techniken beherrscht. Welche das sind, sollte jedoch jeder für sich selbst entscheiden.

      Professionalität bedeutet für mich nicht, jede neue Technik zu beherrschen, sondern bewusst zu entscheiden, welche Werkzeuge zur eigenen Arbeit passen.

      Und am Ende geht es doch darum, den eigenen Weg zu finden und die Mittel zu nutzen, die sich richtig anfühlen 🙂

      Viele Grüße, Anette

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