Gerissene Ausschnitte eines Selbstportrait-Fotodruckes auf Wenzhou Papier

Im Prozess

Habt ihr Gelli-Platten schon mal selber gemacht? Da sie im Laden doch recht teuer sind, stelle ich sie diese Woche einfach selbst her. Vielleicht hat ja jemand vorab noch ein paar Tipps für mich? Ich warte aktuell nur noch auf das reine Glycerin, dann kann es direkt losgehen. Was mir an dem DIY-Projekt besonders gefällt: Ich kann die Größe und Form ganz individuell bestimmen. 

Am Wochenende konnte ich mich das erste Mal praktisch an das Thema herantasten: Ein kreativer Nachmittag mit Gelli Plates und jede Menge Platz in einem Atelier! Zwar funktionierte ein Großteil der Drucke nicht so, wie ich es mir vorgestellt hatte, aber Spaß gemacht hat es trotzdem. Und aus irgendeinem Grund kann ich dann einfach nicht anders und probiere so lange, bis etwas funktioniert. Einfach aufhören geht bei mir nicht. Der Transfer mit Foto hat hinten und vorne nicht geklappt. Es blieb weder ein Negativ des Bildes zurück, noch irgendein Umriss des Laserdruckes. Einen Tipp habe ich jetzt bekommen und werde ihn ausprobieren: Drucken auf Magazinpapier. Ob es wirklich so gut klappt, werde ich diese Woche sehen. Ich bin schon sehr gespannt! Auch habe ich einen Packen säurefreies Seidenpapier bestellt.

Farbenmatsch, wenn man nicht lange genug wartet, bis die erste Schicht trocken ist
Hm … hier hat irgendwie nichts geklappt. Aber ich denke an dunkle Nächte und irgendwo fliegt ein A herum.
Nicht die ganze Farbe wurde übertragen und klebte teilweise noch an der Platte, aber die Farben gefallen mir

Ansonsten habe ich viel collagiert und dabei eine neue Liebe gefunden: das Chinapapier Wenzhou. Es ist wunderbar zum Drucken, Reißen, Kleben, besonders für mein Thema Vergessen. Ich liebe die Haptik des Papiers, die leichte Transparenz und die Wirkung bei Collagen. Auch Drucke (mit Fotodrucker und Monoprints) funktionieren super.

Ausschnitte der Collage
Gerissene Ausschnitte eines Selbstportrait-Fotodruckes auf Wenzhou Papier
Gerissenes altes Selbstportrait mit Inkjet Transfer auf Wenzhou Papier © Anette Siegelwachs

In den nächsten Tagen kommen auch endlich wieder neue Bücher und Materialien an. Yeah! Ich freue mich schon sehr, mich mehr mit der Drucktechnik zu befassen und tiefer in das Thema einzutauchen. Verschiedene Techniken zu entdecken, Genaueres über Collagen zu erfahren und mit all dem neuen Background-Wissen weiterzumachen.


3 Antworten

  1. Avatar von Klausbernd
    Klausbernd

    Hi Anette,
    was sind denn Gelli Plates?
    Interessant, was du da ausprobierst. Das verlangt wohl einiges an Geduld.
    Liebe Grüße von der heißen Küste
    The Fab Four of Cley
    :-) :-) :-) :-)

    1. Avatar von Anette Siegelwachs
      Anette Siegelwachs

      Ihr könnt es euch wie eine dickere, gelatineartige und flexible Platte vorstellen, die an festen Wackelpudding erinnert. Mit ihr kann man ganz individuelle Drucke auf Papier oder Stoff erstellen. Die Platte ist leicht klebrig und hält die Acrylfarbe länger feucht als beispielsweise eine Glasplatte. Mit einer Gummiwalze wird eine dünne Schicht Acrylfarbe auf die Gelplatte aufgetragen. Danach drückt man eine Schablone, eine Feder, eine gespiegelte Fotografie (Laserdruck) oder Ähnliches auf und zieht sie wieder ab. Die Farbschicht muss danach getrocknet sein, bevor man die zweite (oder mehrere) Farbschichten aufträgt, damit sich die Farben nicht vermischen (wie bei dem Bild mit den Noten). Am Schluss wird ein Papier auf die Farbfläche gedrückt und abgezogen. Fertig ist ein einzigartiger Druck.
      Liebe Grüße an die Küste!

      1. Avatar von Klausbernd
        Klausbernd

        Habe recht herzlichen Dank 🙏 🙏
        Liebe Grüße zurück
        The Fab Four of Cley
        :-) :-) :-) :-)

Ich freue mich über deine Gedanken …