Altes neu entdecken *Salzdruck*

Entstanden sind meine ersten Drucke in einem Fotografie-Workshop wenige Tage zuvor mit eigener Herstellung von Fotopapier und dem Anwenden der unterschiedlichen Fotografieverfahren um 1850. Das Schönste dabei war die Praxis hautnah mitzuerleben, die alten Entwicklungsverfahren kennenzulernen und diese ganz in Ruhe auszuprobieren. Anstatt in der Dunkelkammer zu sitzen ging es für die Entwicklung der Bilder raus in die warme Oktobersonne.

Faszinierend war das Ergebnis bei einigen Werken, wie sich Malerei und Fotografie vermischte. Eine sehr spannende Arbeit, die ich ganz sicher weiter verfolgen werde.

Was man dafür braucht: keine Angst vor Schmutz und noch viel mehr Geduld, besonders, wenn der Himmel bedeckt ist. Dann kann sich die ca. 10-minütige Entwicklungs-Sonnenpause um Minuten, Stunden oder sogar Tage und Wochen verlängern und vielleicht ist der Druck dann zu lange belichtet worden und alles beginnt von vorne. So bekommt jedes Bild seine ganz besondere Aufmerksamkeit mit der Gewissheit, dass das Ergebnis immer wieder überraschend anders werden kann, als vielleicht zuerst erwartet … ;-)


22 Antworten

  1. Avatar von Martina K.
    Martina K.

    Ich finde deine Bilder richtig richtig gut! Saugut eigentlich. Nun meine Frage: Welche Belichtungszeit hattest du für diese Positivbilder verwendet?

    1. Avatar von anette
      anette

      Martina, ganz lieben Dank!! Puh, die Belichtungszeit muss ungefähr 10 Minuten gewesen sein. Genau kann ich es leider nicht mehr sagen. Anfangs hatte ich die direkte Sonne genutzt, dazwischen kurz in den Schatten und wieder direkte Sonnenbestrahlung.

  2. Avatar von Richard Guest
    Richard Guest

    These are wonderful – I really like the aesthetic (and the fact that you can develop in the sunshine!).

    1. Avatar von anette
      anette

      Indeed, enjoying the sun during developing the prints is a huge advantage! :) I’m happy to hear that you liked the results, Richard.

  3. Avatar von Schneewitchen
    Schneewitchen

    Hallo Anette,

    ich danke dir für deine Tipps. Die Cyanotypie (Eisenblaudruck) interessiert mich am Meisten. Schade, dass ich nicht aus der Nähe von Berlin komme, so muss ich mich hier diesbezüglich umsehen.
    Was muss man bei der Cyanotypie daheim besonders beachten?

    lg die Alex ^^

    1. Avatar von annenieannenou
      annenieannenou

      Das größte Problem für mich persönlich war, dass es ein Kopierverfahren ist, d.h. die Ergebnisse sind identisch mit den Negativgrößen. Bei Kleinbild wird es ziemlich winzig, Mittelformat ist schon angenehmer. Die beste Sache ist, du erstellst ein digitales Negativ. So kannst du es beliebig groß machen und mit Cyanotypie „kopieren“. Zu beachten: vor dem Druck das Negativ rot einfärben (verstärkt den Kontrast des Fotos). Es müssen auf jeden Fall sehr kontrastreiche Bilder sein, die sind besser für die Edeldruckverfahren.

      … Es besteht auch die Möglichkeit Blätter, Federn und andere Materialien zu verwenden. Kleiner Tipp: Olivenöl oder Wachs aufs Herbstblatt, damit du später auch die schönen Linien sehen kannst. ;-)

      Hier ist eine kurze Übersicht zum Verfahren und den notwendigen Materialen: Cyanotypie Herbert Frank oder Cyanotypie Karl Jochen Schulte. Vielleicht helfen dir die Seiten weiter. Den Kopierrahmen kannst du ganz einfach selbst erstellen: Mit einem Bilderrahmen. Die Rückseite des Bilderrahmens musst du bei der Hälfte durchschneiden/säbeln und wieder mit einem schwarzen Klebeband zusammenkleben (so kannst du eine Seite aufklappen, um zu prüfen, ob die Belichtung ausreicht, ohne dass etwas verrutscht). Hier sieht man das Ganze bildlich, sicher verständlicher als mein Kauderwelsch … Wenn kein Rahmen zur Hand ist: die Rückseite des Rahmens plus das passende Glas mit vier Klammern verbinden, klappt sehr gut.

      Wenn du dir die Chemikalien nicht besorgen kannst, gibt es auch verschiedene Kits zu bestellen bei: Monochrom, Spürsinn oder …
      Kurze Zusatzinfo: Wenn die Lösung schimmelt, lass dich nicht davon beirren, achte nur darauf, dass der Schimmel in der Flasche bleibt. Die Chemie (Ammoniumeisen (III)-citrat grün, reinst) ist ca. 6 Monate haltbar (kühl und dunkel lagern).
      Ich wünsche dir ganz viel Spaß beim Loslegen! Wenn man erstmal alle Sachen beisammen hat und im besten Falle noch Sonne da ist, kann die Freude am Experimentieren sofort beginnen ;-)

  4. Avatar von Schneewitchen
    Schneewitchen

    Das hört sich wundervoll an und macht mich tierisch neugierig.
    Wo hast du dies denn machen können?
    Gibt es noch mehr solche Veranstaltungen?

    lg Alex ^^

    1. Avatar von annenieannenou
      annenieannenou

      Das freut mich ja, dass du Interesse an den alten Fotografieverfahren gefunden hast. Ich habe den Workshop in Berlin bei David gemacht, leider gibt es seinen Workshop mit allen drei Verfahren „Salzdruck, Cyanotypie und Albumindruck“ erst wieder im Frühling 2013. … Wo du aber vielleicht mehr Angebote finden könntest ist mit Cyanotypie (Eisenblaudruck), auch spannend und sehr einfach zu machen. Allerdings sind sie manchmal unglaublich teuer! Also vergleichen und genau schauen, was du dafür bekommst und Augen offen halten. Das Schöne bei den alten Verfahren ist, dass du jedes säurefreie Papier verwenden kannst, somit wird dir hier ein sehr großes Experimentierfeld gegeben ;-) Ansonsten besteht natürlich die Möglichkeit, es einfach selbst auszuprobieren. Workshop-Bücher und Erfahrungsberichte gibt es ja etliche … allerdings fehlt hier leider der Spaß in der Gruppe zu experimentieren … Wenn du noch Fragen hast, meld dich einfach, ich freue mich, wenn ich Tipps geben kann ;-)

      LG, Anette

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