Aus weiter Ferne höre ich noch zwei Schläge, ein Klatschen. Leises Knacken, ehe ich zu Boden falle.
Nicht ich, nein, nicht ich.
Ich verstumme, wie die Kirchenglocke wenige Häuser entfernt.
Rauschen, ein leises Pfeifen. Schrill. Ein hoher Ton, den ich bedingungslos über mich ergehen lasse, verdrängt die Stille.
Er geht wieder weg. Es geht wieder weg.
Mein Kiefer ist taub. Ich schmecke nichts. Ich rieche Regen.
Feuchter Nebel legt sich auf meine Augen. Grau. Ich sehe grau. Schleier. Wellen. Nichts.
Das Zimmer ist leer.
Wo ist der Tisch? War hier ein Tisch?
Meine Finger fühlen Staub, Körner. Kalten Stein. Die Wand.
Die Knie eng an meinen Oberkörper gedrückt liege ich am Boden. Ich spüre wie die Bretter unter mir kaum merklich zittern, beben. Sie werden ruhig.
Er ist weg.
Ich warte. Vorsichtig krieche ich zur Tür, drücke mein Gesicht auf den Boden. Durch den schmalen Türspalt erkenne ich einen langen Gang. Künstliches Licht, nur spärlich beleuchtet. Viele Türen zu beiden Seiten. Alle geschlossen. 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9 … Zu anstrengend, meine Augen schmerzen und ich ziehe mich in die Dunkelheit zurück.
Es tropft. Leise. Regelmäßig. Zweimal kurz, einmal lang. Zweimal kurz, einmal lang. Es tut gut, die Wange auf die Steinwand zu legen. Kühlung. Das Pochen pausiert, wenige Sekunden.
Wo bist du?
Ich weiß es nicht.
Steh auf! Was bemitleidest du dich doch! Glaubst du, du bist die Einzige? Steh schon auf! Für was hast du denn Beine?
Ungewollt ziehen sich meine Mundwinkel nach oben. Die eine stärker als die andere.
Wohin soll ich denn laufen?
Hier raus.
Und wie?
Na, mit den Beinen.
Lass mich in Ruhe, du hast ja keine Ahnung.
Denkst du?
Ich weiß es. Du existierst überhaupt nicht.
Wie du meinst.
Das Tropfen übertönt ihre Stimme und lässt sie schließlich ganz verstummen. Erst dann richte ich mich langsam auf.

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